Methodenmuster

Die Methodenmuster versuchen, zwei Aspekten gerecht zu werden: Zum einen bieten sie eine formale Vorlage, die methodisch einen diskursiven Ansatz im Fokus hat. In den Unterrichts­einheiten finden sich nämlich immer auch Beispiele dafür, wie wir dieses Methoden­muster mit Inhalt gefüllt haben. Zum anderen laden die Methoden­muster dazu ein, das formale Gerüst in anderen Fach­kontexten weiter­zu­entwickeln und neu zu gestalten. Gerne können Sie mit uns darüber in Austausch treten.

Reporter:innenspiel

Oder: „Ich kenn‘ da wen …“

Im Reporter:innenspiel geht es im Wesentlichen darum, mit anderen über deren sowie den eigenen Lebensstil ins Gespräch zu kommen. Mithilfe eines umfangreichen Fragebogens werden verschiedene Aspekte des Alltags in den Blick genommen, deren Beantwortung zu Prozessen der (Selbst-)Reflexion führt und beispielsweise den Zusammenhang zwischen (fehlender) Nachhaltigkeit und (eigenen) Konsumentscheidungen und Lebensweisen analysiert. Die Schüler:innen ermitteln und beurteilen dabei die Hintergründe, Formen und Auswirkungen des eigenen Lebensstils und des Lebensstils anderer im Gespräch und bekommen durch die Vielzahl an hintereinander geschalteten Dialogen die Möglichkeit, „role models“ oder Handlungsalternativen kennenzulernen.

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  • Gruppengröße: unbegrenzt
  • Zeitbedarf: ca. 45 Min.
  • Sozialform: wechselnde Eins-zu-Eins-Gespräche, Reflexion im Plenum

Positionsspiel

Oder: „Wie stehst du eigentlich zu …?“

Im „Positionsspiel“ bekommen die Schüler:innen kontrovers diskutierbare Fragen, bei deren Beantwortung sie sich entlang einer Positionslinie im Raum aufstellen und damit ihre Position verdeutlichen. Im Gespräch über unterschiedliche Positionierungen der einzelnen Schüler:innen werden unterschiedliche Wertvorstellungen und Weltbilder verhandelt und miteinander abgeglichen. Dabei ermöglicht die Methode nicht nur den argumentativen Austausch, sondern bietet in der körperlichen Verortung in Relation zur Gruppe auch die Möglichkeit zu einem physisch-emotionalen Zugang.

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  • Gruppengröße: unbegrenzt
  • Zeitbedarf: kann über Anzahl der Aussagen individuell gesteuert werden
  • Sozialform: Einzelarbeit, Reflexion im Plenum

Gruppenpuzzle als Expert:innengespräch

Oder: „Viele Teile ergeben ein Ganzes“

Im von Expert:innen geleiteten Gruppenpuzzle erleben sich Schüler:innen als selbstwirksam. Sie arbeiten gemeinsam am inhaltlichen Verständnis der jeweils relevanten Sachgegenstände. Dabei stärkt die Methode nicht nur die kooperative Zusammenarbeit, sondern zeigt auch die inhaltliche Vielfalt eines Themenbereichs auf.

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  • Gruppengröße: beliebig
  • Zeitbedarf: je nach Themengröße ca. 45-90 Min.
  • Sozialform: kooperativ

Gerichtsverhandlung (gebundenes Rollenspiel)

Oder: „Alles, was Recht ist“

Das persönliche Empfinden von Gerechtigkeit und die Auswirkungen geltenden Rechts können auch im Kontext von BNE als Spannungsfeld erlebt werden. Damit Schüler:innen vor diesem Hintergrund einen reflektierten Zugang entwickeln, können durch die gespielte Gerichtsverhandlung als einer Form des gebundenen Rollenspiels globale Zusammenhänge und Konfliktlinien herausgearbeitet sowie eigene und fremde Argumentationen und Positionen durchdacht werden. Dabei lernen die Schüler:innen Prinzipien des Rechtsstaats kennen und erfahren, warum und wie geltendes Recht Anwendung finden kann.

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  • Gruppengröße: mind. 15
  • Zeitbedarf: mind. 90 Min. (ggf. Aufteilen in Vorbereitungsstunden und Durchführung)
  • Sozialform: Partnerarbeit oder Kleingruppen, Plenum

Planspiel

Oder: „Wer agiert warum, wozu, mit wessen Hilfe?“

Das Planspiel tritt mit seinem Modellcharakter an die Stelle eines realen Systems, das in reduzierter Form in der Lage ist, dessen grundlegende Eigenschaften zu repräsentieren (vgl. auch zum Folgenden Strassner 2020, S. 219). Dabei beleuchtet das Planspiel besonders Prozesse der Entscheidungsfindung auf politischer Ebene. Schüler:innen übernehmen im Planspiel eine Rolle, durch die sie sich selber von der Einzelverhandlung bis zur Entscheidungsfindung in einer (simulativ) partizipierenden Rolle wiederfinden und agieren. Entscheidungen können hier nicht vertagt werden, sondern sind mit allen Konsequenzen zu lösen. Dabei besteht für die Schüler:innen die Chance, nicht nur die eigenen Einstellungen und Gefühle wahrzunehmen, sondern auch den Geltungsanspruch zunächst fremder Positionen kennen zu lernen oder sogar eine ganz neue Positionierung zu erspielen.

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  • Gruppengröße: mind. 15
  • Zeitbedarf: mind. 90 Min.
  • Sozialform: Partner- oder Gruppenarbeit, Plenum

Stoffgeschichten

Oder: „Unsere Rohstoffe erzählen, woher sie kommen“

Stoffgeschichten sind narrative Zugänge zu unterschiedlichsten Rohstoffen, Elementen oder Produkten. Sie beleuchten deren Lebenszyklen, von der Gewinnung oder Herstellung über die Verwendung hin zu ihrer Entsorgung oder ihrem Verschleiß. Oft werden „Konflikt-Rohstoffe“ wie Palmöl, Soja, oder seltene Erden betrachtet, grundsätzlich gibt es aber keine Einschränkung bei der Auswahl. So lernen Schüler:innen Aspekte der Produktion von Rohstoffen kennen und schätzen die Reichweite eigener (nicht-)nachhaltiger Konsumentscheidungen und deren negative Auswirkungen auf die lokale Lage in den Regionen der Rohstoffgewinnung und auf die globale Umwelt ab. Sie beschreiben und beurteilen Aspekte der Globalisierung und differente Perspektiven von Ländern in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien in Bezug auf den jeweiligen Rohstoff.

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  • Gruppengröße: unbegrenzt
  • Zeitbedarf: mind. 90 Min.
  • Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit und Plenum