Einsatzmöglichkeiten

Der Name der Methode rührt daher, dass mindestens zwei Diskutant:innen in einem (Innen)Kreis – dem metaphorischen Goldfischglas – auf Stühlen sitzen, während die anderen Teilnehmenden in einem Außenkreis um diese herum sitzen oder stehen. Die Lernenden im Außenkreis beobachten den Diskussionsverlauf und dokumentieren Fragen, entstehende To-Do’s u.ä. entweder für sich oder für alle sichtbar auf beispielsweise Flipcharts oder Moderationskarten (vgl. Waldherr et al. 2021, S. 55.; BMI o.J.).

Für das Gelingen der Methode kommt einem bzw. einer Moderator:in (meist die Lehrperson) eine zentrale Rolle zu (vgl. BMI o.J.; Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta o.J.): Sie oder er achtet auf die Einhaltung von Gesprächsregeln und eine möglichst große Heterogenität an Perspektiven und Argumenten, außerdem wertet er oder sie am Ende die Diskussion aus (vgl. ebd.).

Die Fishbowl-Diskussion bietet sich als eine strukturierte Diskussionsmethode, als Möglichkeit zur Vorstellung vorangegangener (Gruppen)Arbeitsergebnisse (vgl. Scholz 2020, S. 28) oder als aktivierender Einstieg, vor allem aber auch als Abschluss einer Unterrichtseinheit oder -sequenz an, bei dem mehrere Aspekte eines spezifischen, vorangegangen behandelten Themas diskutiert werden können (vgl. Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta o.J..; Waldherr et al. 2021, S. 55). Sie kann aber auch genutzt werden, um Wissen auszutauschen, Lösungsvorschläge für eine bestimmte Problemstellung anzubahnen oder als eine Form der Expert:innenbefragung, bei der ein:e Expert:in interviewt wird (vgl. BMI o.J.; Waldherr et al. 2021, S. 56).

Das Potenzial der Methode liegt darin, ein Forum zu eröffnen, in das sich alle Lernenden einbringen können, wodurch eine Vielzahl an Perspektiven und Argumenten in die Diskussion eingebracht werden können (vgl. ebd.).

Ablauf

Benötigtes Material

  • Visualisierungsmöglichkeit für das Thema der Fishbowl-Diskussion (Beamer, Flipchart o.ä.)
  • Stühle je nach gewünschter Anzahl an Teilnehmenden für den Innenkreis
  • Evtl. Möglichkeit zur öffentlich einsehbaren Dokumentation der Ergebnisse (z.B. Metaplanwand, Flipchart oder Moderationskarten, die aufgehängt werden können)

Vorbereitung

Das im Fokus der Fishbowl-Diskussion stehende Thema sollte – je nachdem ob die Methode als Einstieg oder Sicherung genutzt wird – im Vorfeld zumindes bekannt sein, bestenfalls sogar für die Diskussion auf einem Plakat oder einer PowerPoint-Folie visualisiert werden (vgl. BMI o.J.). Vor Beginn der eigentlichen Diskussion sollte außerdem der Raum bzw. das Klassenzimmer so vorbereitet werden, dass der Innen- und Außenkreis ausreichend Platz finden.

  1. Zu Beginn der Methode können die Lernenden sich entweder eigenständig in den Innen- und Außenkreis verteilen, die Lehrperson kann die Einteilung aber auch selbst vornehmen (vgl. Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta o.J.).
  2. Die Schüler:innen im Innenkreis diskutieren sodann das im Fokus stehende Thema, während die Lernenden im Außenkreis das Geschehen mitdokumentieren (vgl. BMI o.J.). Diese müssen allerdings nicht dauerhaft in ihrer Rolle verbleiben, sondern können über einen freien Stuhl in die Diskussion eingreifen und ein Statement abgeben oder eine Frage stellen. So können sich punktgenau möglichst viele Teilnehmende mit ihren Argumenten und Perspektiven an der Diskussion beteiligen (vgl. Waldherr 2021, S. 55f.). Als Tipp für das Ein- und Aussteigen in den Innenkreis empfehlen Waldherr und Kolleg:innen die Regel „immer der links vom freien Stuhl Sitzende muss gehen“ (ebd., S. 56). Der bzw. die Moderator:in kann stehen oder ebenfalls auf einem Stuhl im Innenkreis sitzen (vgl. Scholz 2020, S. 28).
  3. Wenn für die Teilnehmenden im Außenkreis die Diskussion abgeschlossen erscheint, können sie den Antrag stellen, das Gespräch zu beenden. Alle Mitglieder der Lerngruppe stimmen hierüber ab (vgl. Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta o.J.).
  4. Im Anschluss fasst der bzw. die Moderator:in relevante Ergebnisse der Diskussion auf Basis der getätigten Dokumentation zusammen (vgl. ebd.; BMI o.J.): Es können zentrale Ergebnisse hervorgehoben, offengebliebene Fragen adressiert und die Dokumentation nochmals ergänzt werden (vgl. ebd.).
  5. Fakultativ kann zuletzt eine Feedbackrunde zur vorangegangenen Diskussion abgehalten werden, bei der z.B. der Erkenntnisgewinn oder die allgemeine Zufriedenheit mit der Methodik eruiert werden kann (vgl. ebd.).

Differenzierungsmöglichkeiten

  • Es besteht auch die Möglichkeit, die Diskussion so zu gestalten, dass ein:e bis dahin aktive:r Diskutant:in den Innenkreis verlassen muss, sobald sich jemand aus dem Außenkreis in den Innenkreis begibt (vgl. ebd.; Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta o.J.).
  • Die Dokumentation der Diskussion kann auch durch einen Beobachtungsbogen strukturiert werden (vgl. BMI o.J.).
  • Anstatt lediglich einen Stuhl für Beiträge „von außen“ im Innenkreis aufzustellen, lassen sich auch mehrere Stühle nutzen, beispielsweise je spezifisch für entweder Fragen oder Statements (vgl. ebd.).
  • Die Diskutant:innen lassen sich auch in z.B. eine Pro- und eine Contra-Gruppe einteilen. Hierdurch kann sich allerdings die Vielfalt an Perspektiven in der Diskussion reduzieren.

Mehr Informationen zu grundlegenden Differenzierungs­möglichkeiten

Quellenverzeichnis

Bundesministerium des Innern (Hrsg.) (o.J.): Fish Bowl. Online verfügbar unter: https://www.orghandbuch.de/Webs/OHB/DE/OrganisationshandbuchNEU/4_MethodenUndTechniken/Methoden_A_bis_Z/Fish_Bowl/Fish_Bowl_node.html (Stand 24.03.26).

Methodenkartei der Universitäten Oldenburg und Vechta (o.J.): Fishbowl-Diskussion. Online verfügbar unter: https://www.methodenkartei.uni-oldenburg.de/methode/fishbowl-diskussion/ (Stand 24.03.26).

Scholz, Lothar (2020): Methoden-Kiste – Methoden für Schule und Bildungsarbeit. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Waldherr, Franz; Walter, Claudia; Wendorff, Jörg & Kipp, Michael (2021): Diskussionen und ähnliche Methoden. In: Franz Waldherr & Claudia Walter (Hrsg.): didaktisch und praktisch. Methoden und Medien für die Präsenz- und Onlinelehre. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag. S. 49-57.